September 13, 2016

Wofür ist ein Pflegetagebuch wichtig?

by JollyJumper
Categories: Pflege
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Ich konnte es auch nicht glauben, allerdings haben sich Pflegetagebücher für die Erteilung oder Ablehnung einer Pflegstufe im Antragsverfahren bei der Krankenkasse überaus bewährt. Bei der Beantragung der Pflegestufe entsendet die Krankenkasse einen Gutachter, der sich die Pflegesituation vor Ort, im eigenen Zuhause, für einen kurzen Zeitabschnitt anschaut und ein objektives Gutachten erstellt.

Beurteilt wird nur, was der Gutachter zu diesem Besuchstermin wahrnimmt. Nicht berücksichtigt wird beispielsweise die Tagesform des Patienten. Diese kann sehr unterschiedlich sein, weshalb ein Pflegetagebuch einen objektiveren Blick auf die tatsächlich anfallenden Pflegearbeiten ermöglicht.

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Ein Pflegetagebuch für eine objektive Beurteilung

Ein Pflegetagebuch ist eine wichtige Dokumentation und bietet eine objektive Übersicht über die tatsächlich aufgewendete Zeit für die Pflege. Ich denke, dass man sich hierbei bisweilen sehr wundern wird, was alles für die Pflege des Patienten erforderlich ist und wieviel Zeit hierfür tatsächlich aufgewendet werden musste. Ein Pflegetagebuch hilft bei der Einstufung, wenn eine Pflegestufe beantragt wird. Sicherlich gebe ich zu, dass es bisweilen sehr aufwändig ist, ein spezielles Pflegetagebuch zu führen. Allerdings zeigt sich erst hieran, was in welchem Zeitrahmen tatsächlich für die Pflege der Person benötigt wird. Ein auf die Minute erfasster Pflegeplan bietet eine sehr gute Grundlage, um für die Einstufung in eine Pflegestufe ein sehr überzeugendes Argumentationspapier zu haben.

Was ist denn ein Pflegetagebuch?

In einem Pflegetagebuch erfasse sich alle Zeiten, in denen die Pflege der Person tatsächlich erforderlich war. Damit eine Einstufung in die richtige Pflegestufe erfolgen kann, muss die tägliche Mindestpflegezeit angegeben werden. Jede einzelne Pflegestufe sieht für die tägliche Pflege eine Mindestpflegezeit vor. Um diese genauestens dokumentieren zu können, ist die minutiöse Erfassung über einen bestimmten Zeitraum unverzichtbar. Ich kann eine exakte Erfassung nur anraten, damit auch die wirkliche Pflegestufe für den Patienten festgelegt wird. Abweichungen hiervon können mittels des Tagebuchs immer dokumentiert und als Argumentationshilfe verwendet werden. Wenn alle Pflegearbeiten genau in einer Liste erfasst sind, bietet das Pflegetagebuch eine gute Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für den Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse, um die richtige Einstufung in die Pflegestufe vorzunehmen. So können Sie die erforderlichen Leistungen von der Kasse auch erhalten, die dem Patienten zustehen.

Wie sollte ein Pflegetagebuch geführt werden?

Ein Pflegetagebuch sollte über einen Zeitraum von mehreren Wochen geführt werden, um eine korrekte und objektive Einstufung der Pflege erhalten zu können. Für alle Tätigkeiten gibt es Normvorgaben, an denen sich der Gutachter im konkreten Falle orientieren wird. Ich kann nur empfehlen, alle Leistungen und Arbeiten im Minutentakt aufzuschreiben. Sollte der Gutachter bemängeln, dass zu viel Zeit für eine Tätigkeit benötigt wurde und deshalb eine Anerkennung der Dokumentation im Buch nicht erfolgen kann, so ist hierbei auf mehrere Prämissen abzustellen. Wurde die Leistung von einem Angehörigen erbracht, der nicht auf die Pflege trainiert und eingearbeitet ist, so ist es vollkommen eindeutig, dass mehr Zeit für die eine oder andere Arbeit aufgewendet werden musste. Dies würde ich dann auch dem Gutachter entgegensetzen. Im bestimmtem Rahmen sind hierbei Abweichungen von den Regelzeiten möglich und die Einstufung wird objektiv vorgenommen.


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